RPD

Wir investieren in die Zukunft

Um Gewicht einzusparen, kommen immer mehr Flugzeug-Komponenten aus dem 3D-Drucker. Von diesem Trend will auch der obersteirische Prototypenbauer RPD profitieren – dafür wird kräftig investiert. Auch neue Arbeitsplätze entstehen.

Über den Wolken herrscht Druck: Schon heute verzichtet kaum ein Luftfahrtunternehmen in der Fertigung von Flugzeugen auf Komponenten aus dem 3D-Drucker. Was früher aufwendig aus einem Metallblock gefräst werden musste, kann nun einfach aus metallischen Pulvern gedruckt werden. Nicht der einzige Vorteil des innovativen Verfahrens: Durch die verbesserten Materialeigenschaften verlieren die Bauteile um bis zur Hälfte ihres Gewichts – gerade die stets nach kerosinreduzierenden Maßnahmen suchende Luftfahrtbranche macht sich das zunutze. Angetrieben durch Airbus, Boeing & Co. soll das globale Umsatzvolumen für das Geschäft mit dem 3D-Druck in den nächsten fünf Jahren auf rund 30 Milliarden Euro anwachsen.

Wir haben schon damals die 3D-Druck-Technologie des Lasersinterns in der Steiermark angewendet.

Das steirische Unternehmen RPD aus Kapfenberg verfolgt diesen Trend bereits seit langem: Der obersteirische Spezialist für Prototypenbau war das erste österreichische Unternehmen, das bereits 1997 diesen Markt erschloss: „Wir haben schon damals die 3D-Druck-Technologie des Lasersinterns in der Steiermark angewendet. Dadurch können hochbelastbare Prototypen durch schichtweises Aufschmelzen von Kunststoffpulver erzeugt werden“, erklärt Firmengründer und Geschäftsführer Roberto Krenn.

Mittelfristig wollen wir rund ein Drittel unseres Umsatzes – von aktuell drei Millionen Euro – in der Luft- und Raumfahrttechnik erwirtschaften.

Zielmarkt: Luftfahrt

Knapp zehn Jahre später beschäftigt RPD rund 30 Mitarbeiter am Standort und zählt mit einer Exportquote von 25 Prozent internationale Player aus der Automobilindustrie über die Medizintechnik, Formel 1 bis hin zur die Luft- und Raumfahrttechnik zum Kundenportfolio. „Unser Fokus liegt dabei auf einer flexiblen Entwicklung sowie Fertigung von Prototypen“, erklärt Wolfgang Kraschitzer, der 1998 zum Unternehmen stieß und dieses mittlerweile operativ als Geschäftsführer leitet. Er und sein Team können dabei auf eine große Kompetenz-Palette zurückgreifen: von Technologien des 3D-Drucks über die mechanische Bearbeitung von Komponenten bis hin zum Metallguss und der Oberflächenveredelung.

Vor allem im boomenden Geschäft über den Wolken findet diese Leistung zunehmend Anklang, bestätigt Kraschitzer: „Mittelfristig wollen wir rund ein Drittel unseres Umsatzes – von aktuell drei Millionen Euro – in der Luft- und Raumfahrttechnik erwirtschaften. Die momentan gute Auftragslage stimmt uns sehr zuversichtlich, dieses Ziel bald zu erreichen.“

Durch den Kauf der dritten Maschine ist es uns möglich, in Zukunft auch Metall-Teile etwa für die Flugzeug- oder Automobilbranche im Lasersinter-Verfahren herzustellen

Premiere bei Millioneninvestition  

Dafür greift das 30-köpfige Unternehmen auch tief in die Tasche: Rund eine Million Euro investiert RPD dieses Jahr am Standort in neue Infrastruktur. „Insgesamt werden drei neue Lasersinter-Anlagen angeschafft. Mit zwei der Anlagen können künftig Kunststoff-Komponenten gedruckt werden. Durch den Kauf der dritten Maschine ist es uns möglich, in Zukunft auch Metall-Teile etwa für die Flugzeug- oder Automobilbranche im Lasersinter-Verfahren herzustellen“, präzisiert Kraschitzer.

Vor allem die Metall-Sinteranlage stößt in Fachkreisen auf internationale Aufmerksamkeit: Der RPD-Service- und Kooperationspartner LSS stellt mit der innovativen Anlage die erste Maschine dieser Art europaweit zur Verfügung. Das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht: Im Bereich des selektiven Lasersinterns denkt das Unternehmen ein Kompetenzzentrum an Standort Kapfenberg für die nächsten Jahre an.

Die aktuelle Investition von RPD, durch die bestehende Arbeitsplätze am Standort Kapfenberg abgesichert und auch neue geschaffen werden, unterstreicht diesen Trend einmal mehr.

Neue Arbeitsplätze für die Obersteiermark

Als wichtiges Signal für die Region und die Steiermark wertet Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann die Investitionen von RPD: „Die Luftfahrttechnik zählt zu den wesentlichen Stärkefeldern der steirischen Wirtschaft und hat sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Die aktuelle Investition von RPD, durch die bestehende Arbeitsplätze am Standort Kapfenberg abgesichert und auch neue geschaffen werden, unterstreicht diesen Trend einmal mehr“, freut sich Buchmann. Bis zu zehn neue Techniker will RPD bis Ende 2017 aufnehmen.